Boxen für Teenager: Interview mit Kristin’s Tochter
Warum Boxen? Was lernt man dabei, was ist am schwierigsten, und macht es auch nach einem Jahr noch Spaß? In diesem kurzen Interview erzählt Kristin's Tochter von ihren Erfahrungen im Boxstudio.
Wie alt bist du?
Sechzehn.
Und wie lange machst du jetzt schon Boxtraining?
Erst habe ich Kickboxen gemacht, draußen im Park. Das war im letzten Schuljahr. Aber es war draußen und es hat geregnet. Es war auch kalt manchmal. Darum habe ich damit aufgehört und mit traditionellen Boxen angefangen.
Und wieso hast du mit Boxen angefangen? Wie bist du auf die Idee gekommen?
Eine Freundin hat gesagt, dass es eine nicht so teure Boxstunde gibt und wir da zusammen hingehen könnten. Ich dachte: ja, warum nicht. Es war toll, aber dann wurde es Winter und es war kalt.
Wie oft boxt du jetzt?
Einmal in der Woche, manchmal auch zweimal in der Woche drinnen im Boxstudio.
Trainierst du auch zu Hause?
Nein, aber vielleicht will ich damit anfangen.
Ist Boxen etwas, was du mit Freunden oder Freundinnen zusammen machst?
Erst habe ich es mit einer Freundin zusammen gemacht, aber jetzt wieder alleine. Die anderen wollten nicht zum neuen Boxtraining mitgehen, weil da fast nur Jungs waren. Aber ich dachte, warum nicht.
Und warum wolltest du weitermachen?
Nach dem Training, wenn man echt gut mitgemacht hat, fühlt man sich richtig erholt, und einfach gut.
Was lernst du beim Boxen so?
Ich gehe zu einer ganz traditionellen Boxschule, die VBSK am Albert Cuyp Markt. Die Schule gibt es schon seit 100 Jahren oder so, und da trainieren auch echte Profis. Die Trainer sind super gut, richtig toll. Sie motivieren dich und wissen genau, was du ändern kannst, wenn du zum Beispiel falsch stehst.
Und boxt du da auch gegen andere?
Ja, nur. Also gar nicht am Boxsack. In der Boxschule gibt es ein Studio mit Boxsäcken, aber die sind riesengroß und da trainieren nur die Erwachsenen.
Was findest du am schwierigsten?
Manchmal, am Ende der Stunde, wenn man müde ist, muss man die letzten 10 Minuten ein bisschen auf die Zähne beißen und durchhalten. Wir machen immer ein paar leichte Übungen zum Aufwärmen, und am Ende der Stunde noch Push-ups und Crunches. Dann ist man echt geschafft.
Würdest du das Boxen weiterempfehlen? Macht es dir noch Spaß?
Ja. Es ist einfach... Wenn man im Flow ist, fühlt es sich echt gut an. Man vergisst die Zeit – wenn ich echt gut drin bin, dann schaue ich nie auf die Uhr. Dann bin ich in einem Flow und es geht ganz schnell. Aber manchmal, wenn ich sehr müde und nicht so gut drin bin, geht die Zeit auch viel langsamer.
Ich habe gelesen, dass Boxen auch gegen Stress hilft. Würdest du das auch sagen?
Ja, wenn man sich vielleicht ein bisschen down fühlt, dann geht man da kurz hin. Kleine Überwindung, hin zu fahren, aber wenn man dann da steht und die Übung macht, dann fühlt man sich wieder richtig gut.
Es macht auch viel mit dem Selbstvertrauen und der Konzentration. Hast du dazu noch Insiderwissen?
Ich bin noch keine Expertin mit diesen Gefühlen, ich mache es ja noch nicht so lange. Aber es ist auf jeden Fall von Vorteil. Und man wird auch besser, wenn man gegen Jungs kämpft, weil sie oft ein bisschen stärker sind und ich dadurch besser lerne.